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Symphonic Line: Presse, Testbericht, Hörerlebnis Nr. 69
 
     
 
Verstärkerupdate: Referenz-Vorstufenmodul für den RG 14 Edition von Symphonic Line
Hörerlebnis Nr. 69, Testbericht: Marco Kolks
Es gibt wohl keinen anderen Verstärkerhersteller, der so viele Upgrade-Möglichkeiten anbietet wie Rolf Gemein. Der Entwickler aus Duisburg will einerseits zeitnah technische Neuerungen für einen bezahlbaren Obolus in seine Produkte einfließen lassen, andererseits möchte er seine Kunden langfristig an sich binden und sie zufrieden sehen.
Foto: Rolf Gemein 5
Rolf Gemein, Inhaber von Symphonic
Line, zählt zu den Urgesteinen
audiophilen Hifis in Deutschland

Mit dem RG 14 in der Edition-Version hat sich Rolf Gemein meines Erachtens in wirtschaftlicher Hinsicht keinen Gefallen getan. Dieser "Wolf im Schafspelz" dient mir seit Jahren als zuverlässiges Arbeitsgerät und ist in Bezug auf seine Preis-/Qualitätsrelation durchaus noch als günstig einzustufen. Und da Rolf Gemein, wie er sagt, stets versucht, sich immer wieder selbst zu übertreffen, ist mein Interesse groß, wie viel mehr aus einem RG 14 noch rauszuholen ist.

Ich freue mich, dass er meinem Drängen nachgegeben hat und sich bereit erklärte, das den RG 9- und RG 10-Geräten vorbehaltene Referenz-Vorverstärker-modul in den RG 14 zu implementieren. Ein bis zwei Wochen dauert die Umbauaktion. Denn nur ein Bauteil gegen ein anderes auszutauschen, ohne die dann nötige Feinabstimmung der Gesamtkomponente zu berücksichtigen, ist nicht Rolf Gemeins Sache. So ist er davon überzeugt, dass es für seine Verstärker ein entsprechendes Resonanzmuster gibt (RMA = Resonanzmusterabstimmung), dass diese perfekt schwingen und letztlich klingen lässt.
Das Upgrade schließt ein, dass auch die Endstufe eine Frischzellenkur erfährt und beispielsweise neue Vortreiber und Justagepotis eingesetzt werden. Den letzten Resonanzschliff erhält ein Symphonic Line-Verstärker durch die Behandlung mit dem C 37-Lack von Dieter Ennemoser. Wohlgemerkt, das Original. Denn so manches andere Produkt von Nachahmern habe sich, so Rolf Gemein, im Klang später als härter erwiesen. Immerhin rät er seinen Kunden, acht Wochen abzuwarten, bis sich der gewünschte Effekt nach der vollständigen Trocknungsphase einstellt.

Im Vergleich zur Edition-Ur-version zeigt der neue Verstärker mehr Attacke, ist in der Wiedergabe griffiger und in seiner Abstimmung noch harmonischer. Je komplexer die Musik ist, desto auffälliger sind diese Verbesserungen.Ähnlich einem Automotor, der bei einer bestimmten Drehzahl optimal läuft, verhält es sich mit Verstärkern. Sie geben bei starken Impulsen bevorzugt Energie an bestimmte Frequenzbereiche ab.

  Das Referenz-Vorstufenmodul und die Feinabstimmung mit der Endstufensektion führen nun dazu, dass auch bei hohen Anforderungen über das gesamte Frequenzspektrum gleiche Energieverhältnisse herrschen. So erklärt sich die nun noch lockerere und entspanntere Spielweise des RG 14.Um diese zu genießen, gehört eine entsprechende Musik dazu. Nosie Katzmann hat auf "Greatest Hits 1" (GIM) viele Songs seiner bisherigen Schaffensphase vereint. Der ehemalige Dancespezialist hat sie in ihren ursprünglichen Zustand HOMEgeführt. Das Ergebnis sind Singer-Songwriter-Kleinode: richtig schöner, lässiger Wohlfühlpop. Die countryeske Instrumentierung lässt darauf schließen, dass der Musiker stark von Neil Young beeinflusst wurde. Über den RG 14 drängt sich Nosie Katzmanns angenehm weiche Stimme nicht auf. Dennoch bleibt sie markant. Die Höhen gibt der RG 14 tendenziell sanft wieder. Informationen werden dabei nicht verschluckt. Es klingt halt natürlich und nicht spektakulär-artifizell. Wenn in "Right in the Night" die E-Gitarren richtig zur Geltung kommen sollen, bläst der Duisburger Amp ungeniert zur Attacke. Er kommt schnell aus dem Quark, was für eine lebendige Wiedergabe ungeheuer wichtig ist.
Der Quercheck mit Jacinthas "Autumn Leaves" führt zum gleichen Ergebnis. Die Aufnahme ist nach wie vor ein ganz heißer audiophiler Tipp. Der Verstärker tritt in den Hintergrund, die Sängerin in den Vordergrund. Sie steht etwas vor den Lautsprechern und wirkt plastisch. Der Hörer spürt die Energie ihrer Stimme und wird gefesselt vom gleichsam sanften, aber voluminösen Gesang Jacinthas. Das steigert den Genuss des Musikhörens noch weiter. Die begleitenden Musiker halten dabei höflich Distanz. Der RG 14 weist ihnen feste Plätze auf der Bühne zu und umgibt die einzelnen Akteure mit viel Luft. Dadurch wirkt die Wiedergabe sehr konturiert und frei.

Dieses positive Klangergebnis kam wahrscheinlich auch für Rolf Gemein etwas überraschend. Deshalb bietet er ab jetzt das Referenz-Vorstufenmodul allen Upgrade-Willigen an. Wer in der Hierarchie noch weiter aufsteigen möchte, kann den RG 14 sogar bis zum RG 10 aufrüsten lassen.
Fazit: Aus dem RG 14 Edition ist in der Upgrade-Version ein klangliches Schwergewicht geworden. Man gewinnt sogar den Eindruck, als hätte man etliche Tausend Euro mehr ausgegeben.

Marco Kolks

Kommentar:

Was einem RG 14 Edition, insbesondere in der hier vorliegenden Variante, völlig fremd ist, ist der Hifi-Kick, der vielen Komponenten anderer Hersteller eigen ist. Damit sind Effekte wie etwa vorwitzige Höhen gemeint, durch die eine solche Komponente zwar kurzfristig auf sich aufmerksam macht, die sich aber letztlich beim Musikhören als ungemein störend entpuppen.

 
Symphonic Line: handcrafted in germany, Deutschland